Podiumsdiskussion im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt

Expertinnen und Experten stellten sich am Montag, 1. Februar 2016, um 18 Uhr bei einer Podiumsdiskussion im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt, Cäcilienstraße 29-33, die Frage, wem die in Museen gesammelten Objekte eigentlich gehören. Es debattierten Prof. Dr. Ciraj Rassoul, University of Western Cape, Südafrika, Dr. Beate Kozub, freiberufliche Restauratorin, Dr. Sabine Arend, Gedenkstätte Ravensbrück, und Prof. Dr. Klaus Schneider, Rautenstrauch-Joest-Museum. Es moderierte Dr. Steffi de Jong von der Universität zu Köln.

Museen stehen für die staatliche Aufgabe des Bewahrens. Andere Akteure bestreiten den damit verbundenen Anspruch auf Besitz und Verwertung der Dinge. Welche symbolische Bedeutung haben Objekte in diesen Konflikten und welche Bedeutung kommt ihnen zu, wenn sie Teil einer Museumssammlung werden? Welche Rolle spielen dabei Museen, Gedenkstätten und Wissenschaft? Fragen wie diese stehen an dem Abend zur Debatte.

Prof. Dr. Ciraj Rassool leitet das "African Programme in Museum and Heritage Studie" der University of Western Cape in Kapstadt und arbeitet unter anderem eng mit dem Robben Island Museum zusammen. Zuvor war der Historiker unter anderem Mitglied des Stiftungsrats des District Six Museum und des South African History Archive. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben Freiheitsbewegungen und politischen Biografien sowie deren Darstellung in Museen auch Kulturerbe und Repatriierungen. 

 Dr. Beate Kozub ist als Restauratorin und Kulturwissenschaftlerin für Museen, Stiftungen und Hochschulen tätig, darunter die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und die  Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Sie forschte zur Restaurierung und Konservierung von historischen Objekten im staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau, weitere Forschungsaufenthalte führten sie in die USA, nach Polen und Chile. 

Prof. Dr. Klaus Schneider ist Direktor des Rautenstrauch-Joest-Museums – Kulturen der Welt in Köln. Unter seiner Leitung zog das Kölner ethnologische Museum vom Ubierring in den 2010 eröffneten Neubau am Neumarkt um, dessen innovativer Ausstellungsansatz mit dem Europäischen Museumspreis ausgezeichnet wurde. Der Ethnologe blickt auf eine langjährige Forschung in Westafrika zurück und war zuvor am Museum für Völkerkunde in Hamburg sowie an der Universität Frankfurt a. M. tätig. 

Dr. Sabine Arend leitet die Abteilung Museologische Dienste – Depot, Fotothek an der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und ist in dieser Funktion auch für die Erweiterung der Sammlung durch Ankäufe und Akquirierung von Nachlässen zuständig. Die Kunsthistorikerin, die sich in ihrer Promotion mit Fragen des Kunstraubs im besetzten Polen auseinandergesetzt hat, forscht derzeit unter anderem zu Objekten, die im Konzentrationslager Ravensbrück von Gefangenen heimlich hergestellt wurden. 

Durch den Abend führte Dr. Steffi de Jong, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität zu Köln. In ihrer Dissertation untersuchte die Kulturwissenschaftlerin, wie Zeitzeugen des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs in Museen dargestellt werden. Zurzeit forscht sie zum Umgang mit Tönen und Stille in Museen sowie zum Einsatz von digitalen Medien für die Erinnerung an den Holocaust. 

Das Rautenstrauch-Joest-Museum veranstaltete die Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität zu Köln, Abteilung Neuere und Neueste Geschichte. 


Pressemeldung der Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (geänderte Fassung)